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Șeker Bayram – Das türkische Zuckerfest
Als Weltwärts-Freiwillige in einem türkischen Dorf,
Mein Aufenthalt als Weltwärts-Freiwillige in einem türkischen Dorf gab mir die einmalige Gelegenheit, das Zuckerfest besser kennen zu lernen. Am Vortag des Zuckerfestes hatten wir den ganzen Morgen über kein Wasser, da jede Hausfrau bemüht war, ihr Haus auf Hochglanz zu putzen und die Wasserleitung somit überstrapaziert waren. Unsere Wohnung musste also bis zum Nachmittag warten, bis auch sie bis in den hintersten Winkel von Ayse und mir, den beiden Frauen im Haus, gereinigt wurde.

 

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Am nächsten Morgen, der gleichzeitig den ersten Tag des insgesamt dreitägigen Zuckerfestes einläutete, wurden wir den Nachbarskindern geweckt, die gegen unsere Tür hämmerten (eine Klingel gibt es nämlich nicht). Nach altem Brauch wünschten sie uns "iyi bayramlar" (ein gutes Zuckerfest) und bekamen dafür Bonbons und ein paar Geldstücke von uns geschenkt. Nach einem kurzen Plausch verschwanden sie lachend und lärmend in Richtung Nachbarhaus.

Im laufe des Tages statteten uns noch verschiedenen andere Kindergrüppchen einen Besuch ab, um sich Bonbons und frisch gemünzte, neue Geldstücke abzuholen.

Doch nicht nur die Kinder klappern während des Zuckerfestes die Häuser der Nachbarn ab. Nein, jeder einzelne verfolgt das Ziel, während der Feiertage möglichst viele seiner Verwandten und Bekannten zu besuchen, um sich nicht anschließend eine Beschwerde über das Fernbleiben anhören zu müssen. Auch wir hatten also immer wieder Besucher da und statten verschiedenen Freunden und Familienmitgliedern Besuche ab. Diese Besuche erfolgen in der Regel unangemeldet und darum kam es immer wieder vor, dass man vor einer verschlossenen Tür stand, da sich die Bewohner des Hauses ebenfalls auf einer Besuchs-Tour befanden.

Doch hatte man Glück und es war jemand zu Hause, verlief jeder dieser Besuche nach einem ähnlichen Muster: Sobald wir eine Wohnung betraten, strömten von allen Seiten die Bewohner des Hauses und eventuell vorhandene weitere Besucher herbei, um uns willkommen zu heißen. Mit Küsschen links und rechts wurden dann der Reihe nach zumindest die Frauen noch einmal einzeln begrüßt. Anschließend setzte man sich in "die gute Stube" - das Wohnzimmer, das möglichst prunkvoll und ansehbar gestaltet wird. Sobald wir saßen, brach ein Schwall an Fragen über meine Persönlichkeit, die teils an Ayse, teils an mich gerichtet waren, über uns herein. Mit gebrochenem Türkisch versuchte ich zumindest den Teil der Fragen zu beantworten, den ich verstanden hatte. Doch meine mangelhaften Türkischkenntnisse schienen unsere Gastgeber nicht zu stören: Es wurde munter weiter auf mich eingeredet und die türkischen Sätze hie und da mit einem eingeschobenen „Hello“ oder aber auch einigen Brocken Deutsch ausgeschmückt. Und im Zweifellsfalle wurde noch ein „Aaah, made in Germany“ (wobei die Worte genau so ausgesprochen wurden, wie man sie schreibt) nachgeschoben.

Es herrschte ein gehobener Lärmpegel, da außer den ca. acht Erwachsenen auch noch einmal ungefähr genau so viele Kinder anwesend waren. Bei Cola oder Tee und Baklava, einer türkischen Süßspeise, unterhielt man sich dann eine Weile, bis wir aufbrachen, um der nächsten Familie eine besuch abzustatten. Insgesamt eine laute aber doch auch recht amüsante Angelegenheit, die die Gastfreundschaft der Türken widerspiegelt.

Seit einem Monat lebe ich als Weltwärts-Freiwillige in einem türkischen Dorf, wo ich Englisch unterrichte.

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