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 Istanbul - die einzige Stadt der Welt, die auf zwei Kontinenten liegt - ist eine pulsierende Metropole, die türkische Traditionen und modernes Großstadtleben in sich vereint. Sie hat viele Gesichter und viel zu bieten. Für mich persönlich war „Sultanahmet“, das Viertel, in dem die blaue Moschee (beziehungsweise „Sultan Ahmet Cami)“ steht, einer der faszinierendsten Schauplätze der Großstadt.

Während es hier tagsüber nur so von Touristen mit Fotoapparat wimmelte und die schmalen Straßen mit Reisebussen verstopft waren, wurde das Viertel Abends von den Einheimischen zurückerobert.
Gegen sechs begann ein emsiges Schaffen in den unzähligen kleinen Buden, die extra für den Ramadan in den Straßen neben der Moschee aufgestellt worden waren: Auf Grillrösten, kleinen Herden oder über offenem Feuer bereiteten hier Köche Gerichte der verschiedensten Art vor.
Bald darauf füllten sich nach und nach die Straßen, Parkanlagen und Wiesen um die blaue Moschee herum mit Müttern mit Kopftüchern und Picknickkorb, Vätern mit Decken und kleinen Hockern und Kindern, die darum quengelten, eines der kleinen, leuchtenden Luftgeschosse zu bekommen, die an allen Ecken von den Verkäufern vorgeführt wurden.
Als schließlich gegen viertel vor 8 die Gebetsrufe der Muezzine, die gleichzeitig das Ende der Fastenzeit für den jeweiligen Tag ankündigten, von den Minaretten der Moscheen erklangen, waren alle Tische, Bänke und Wiesen in der Umgebung mit kleinen Grüppchen von Gläubigen bevölkert, die im Kreise von Freunden oder Familie ihr Abendessen nach einem langen Fastentag einnahmen. Bis spät in die Nacht herrschte munteres Leben auf der Straße.
Doch während ich in Istanbul lediglich Beobachterin war, konnte ich nach meiner Ankunft in Inegöl den Ramadan hautnah erleben: Dort legte ich nämlich ebenfalls einen Fastentag ein. Gemeinsam mit meiner Gastfamilie bin ich an diesem Tag um kurz nach 4 Uhr morgens aufgestanden, um ein warmes, herzhaftes Frühstück noch vor Sonnenaufgang einzunehmen. Um 5 Uhr schallte dann der per Lautsprecher übertragene Gesang des Muezzins herüber, der den Tagesanbruch und damit den Beginn des Fastens ankündigte. Wir legten uns also wieder ins Bett, um noch einige Stunden zu schlafen.
Tagsüber stellte ich fest, dass das Fasten leichter war, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich zählte zwar die Stunden bis zum Abend und ab irgendwann machte sich auch der Wassermangel in Form eines leichten Schwindelns bemerkbar, aber alles in allem ließ es sich doch gut ohne Essen und Trinken aushalten.
Abends gegen halb 7 begannen wir mit den Vorbereitungen fürs Abendessen. Pünktlich um kurz nach halb 8 war alles hergerichtet, so dass wir mit Beginn des Gesangs des Muezzins endlich wieder anfangen konnten zu essen.
Eine interessante Erfahrung, aber der eine Fastentag war dann auch genug für mich.
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