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Schule in Aktion
Aktionsgestützte Bildungsarbeit
Wie können wir dazu beitragen, dass Jugendliche trotz eines gestrafften Lehrplanes, Gelegenheit gegeben wird, soziale Kompetenzen zu erreichen. Wir möchten mit aus praktischen Erfahrungen gewonnen Erkenntnissen dazu beizutragen, dass eine aktionsgestützte Bildungsarbeit in Schulen gefördert wird.

 

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Grundgedanken zum Aktivwerden

In allen Kulturen wurde Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren Gelegenheit geboten, sich für den Eintritt in die Gesellschaft vorzubereiten. Sie konnten ihre Kraft einsetzen für die Gemeinschaft, lernten soziale Netze aufbauen und ihre Rechte und Pflichten kennen.

Heute gibt es eine verwirrende Vielfalt von Möglichkeiten, sich zu engagieren – nur wenige aber sprechen die Jugendlichen unmittelbar an. Selten werden sie ernsthaft eingebunden. Es fehlt die treibende Kraft, das Selbstverständnis.

In solchen Aktionen beeindrucken sich Jugendliche und Erwachsene gegenseitig. Andererseits schafft gemeinsames Aktivwerden eine Atmosphäre, in der bestehende Gegensätze ausgeglichen werden.

Aktionsgestützte Bildungsarbeit

Schülerinnen und Schülern soll mit einer aktionsgestützten Bildungsarbeit die Gelegenheit gegeben werden, in Bewegung zu kommen. Wer sich für andere einsetzt, erfährt Anerkennung und begreift sich als soziales Wesen in einer Gemeinschaft.

In der Anonymität unserer Zeit entsteht eine Insel, auf der sich Jugendliche ausprobieren können. Das Gefühl, die Welt besser zu machen, hilft dabei, sich in ihr zurecht zu finden.

Ein Beispiel ist die Aktion Rote Hand zum Thema Kindersoldaten: Mit roter Fingerfarbe machen die Jugendlichen ihren Handabdruck auf ein A4-Papier. Sie formulieren ihre Botschaft an Gesellschaft und Politik. Einerseits haben sie dabei viel Spaß, aber ihnen wird auch der Ernst dieser Handlung bewusst.

Jugendliche fördern

Bei den Aktionen in der Schule sollte darauf geachtet werden, dass die beteiligten Jugendlichen ihre Kompetenzen entwickeln können. Sie lernen ein Ziel anzustreben, eine Aktion zu organisieren und bis zum Ende durchzuhalten. Wir wollen bei ihnen Fähigkeiten stärken, die sie ihr ganzes Leben brauchen.

Denn Jugendliche lernen anders und intensiver, wenn sie ihre Fähigkeiten unmittelbar zum Gelingen einer gemeinsamen Handlung einsetzen können. Empathie ist eine Triebfeder, die regelmäßig gefördert werden sollte.

Impulse

Wir erleben eine Jugend, die auf Impulse sofort reagiert und sich nachhaltig und mit Freude für Kinderrechte engagiert. Voraussetzung dafür ist, dass Kinderrechte ein Gesicht bekommen. Dabei spielen knappe und gute Informationen ebenso ein wichtige Rolle wie spannende Geschichten und Bildern.

Bildungsarbeit kann mit packenden Aktionen verbunden werden. Damit werden die Jugendlichen angespornt und schaffen Bilder, die sie ihr ganzes Leben lang begleiten.

Aktivgruppen

Eine wichtige Erkenntnis aus den vielen Aktionen der letzten Jahre: Aktivsein und Solidarität müssen genauso geübt werden wie das Lernen einer Sprache. Das Aktivsein für andere sollte zu einem festen Bestandteil jugendlichen Denkens und Handelns werden.

Lehrerinnen und Lehrer und Jugendliche sollten die Chance wahrnehmen, in Aktivgruppen gemeinsam für Kinder- und Menschenrechte zu arbeiten. Sie können Aktionen von Aktion Weißes Friedensband und seinen Partnerorganisationen umsetzen. Sie werden aber auch besonders darin unterstützt, eigene Aktionen zu verwirklichen.

Anerkennung

Bei allen Aktionen versuchen wir, den Jugendlichen die Bedeutung ihres Engagements deutlich zu machen. Sie brauchen die Ehrung der Gesellschaft, um bei aller Reizüberflutung den Wunsch nach Anerkennung durch die Gemeinschaft zu spüren.

Die Mitglieder der Aktivgruppen erhalten ein Zeugnis, das für sie als persönliche Ehrung, aber auch als Nachweis erworbener, sozialer Kompetenzen bei Bewerbungen wichtig ist.

Harte Themen im Unterricht

Wir haben die Jugendlichen gefragt, ob sie Themen wie Kindersoldaten oder Kinderprostitution im Unterricht haben möchten. Die Antworten waren durchweg positiv. Schülerinnen und Schüler erleben außerhalb der Schule keine heile Welt. Themen wie Kindersoldaten, Kinderprostitution und Mädchenbeschneidung helfen ihnen, einen eigenen Standpunkt zu finden und sich zu positionieren.

Frage: Kinderprostitution ist ein Tabuthema. Ist es richtig, es im Unterricht zu behandeln? Ab welchem Alter?

Antwort 1: „Ich finde man sollte das im Unterricht erwähnen. Es soll kein Tabuthema mehr bleiben, es geht jeden was an oder jeden könnte es treffen. – So früh wie möglich sollte man beginnen.“

Antwort 2: „Ich finde das Thema sehr wichtig und da es der Realität entspricht, sollte es ruhig ab Klasse 5 durchgenommen werden und die Kinder sollten über das Unrecht aufgeklärt werden.“

Antwort 3: „Ab der 5. Klasse voll, aber schon in der Grundschule ansprechen.“

Partnerorganisationen

Bei allen Aktionen bindet Aktion Weißes Friedensband bedeutende Fachorganisationen (amnesty international, CARE, Kindernothilfe, terre des hommes, UNICEF und viele andere) ein. Dadurch wird die Fachkompetenz in die Aktionsarbeit eingebracht.

Andererseits lernen die Jugendlichen die Organisationen kennen und finden ihren Platz, sich langfristig ehrenamtlich zu engagieren.

Schulen unterstützen

In den Schulen arbeiten Lehrerinnen und Lehrer, die trotz Einschränkungen durch Lehrpläne und andere Regelungen einen aktiven Unterricht gestalten wollen. Sie brauchen Unterstützung und Beratung von außen. Aktion Weißes Friedensband bemüht sich, zahlreiche Aufgaben zu übernehmen, die bei Aktionen notwendig sind, von den Schulen aber nicht zusätzlich übernommen werden können. Dadurch werden Aktivitäten von Jugendlichen möglich, die sonst unterbleiben würden.

Aktion Weißes Friedensband bündelt die Materialien seiner Partnerorganisationen zu bestimmten Themen und gibt sie an die Schulen weiter.

Die Schulen werden bei der Gestaltung von Aktions- und Projekttagen beraten.

Internetzeitung babylon21

Aktion Weißes Friedensband bietet aktiven Jugendlichen eine Internetzeitung an, die sie in ihrem Wunsch, die Welt zu verbessern, unterstützen soll. Jugendliche lernen schreiben und handeln. Integration wird gefördert, wenn Jugendliche aus dem Ausland schreiben und Jugendliche hier übersetzen. Sie müssen sich in beiden Sprachen ausdrücken können. Den Anfang machten Jugendliche aus dem Irak, irakische Jugendliche aus Mönchengladbach übersetzten aus dem Arabischen ins Deutsche.

Aktion Weißes Friedensband

Journalistinnen und Journalisten entwickelten 2003 vor dem Irak-Krieg das weiße Friedensband unter dem Motto „Konflikte friedlich lösen!“ als neues Friedenssymbol. Seitdem organisiert der Verein Aktionen für Jugendliche gemeinsam mit UNICEF, terre des hommes, amnesty international, Brot für die Welt, Kindernothilfe, Misereor und anderen Organisationen.

Dieses Konzept entstand am 20.12.2008 in Düsseldorf. Beteiligt waren:

Jeanette Zachäus, Journalistin

Günter Haverkamp, Journalist

Bettina Bucher, Lehrerin

Gülaziz Kizilay, Lehrer

Simona Blumkowski, Expertin für Jugendpartizipation

Gefördert durch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen

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(6778 Aufrufe), باعث: Günter Haverkamp

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