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 "Hier ist es besser als draußen: Hier gibt es Käsebrot und Mittagessen. Wir werden von einem Bus geholt und heimgebracht, und morgens trinken wir Milch", erzählt er. "Meine Brüder arbeiten in Werkstätten, ihr Tag ist schrecklich. Sie haben keine Pausen, sie lernen nichts. Wir hier lernen Lesen und Schreiben - und Englisch!"
In den ländlichen Gegenden Ägyptens gehört Kinderarbeit zum Leben. Auch die Sekem-Farm unweit von Kairo, die Baumwolle, Lebensmittel und Kräuter in biologisch-dynamischer Landwirtschaft für den ägyptischen und den europäischen Markt produziert, beschäftigt Kinder. Allerdings unter einer Bedingung: Die Eltern müssen einwilligen, dass diese Kinder in die Schule gehen.
Rund die Hälfte aller arbeitenden Kinder in Ägypten, schätzt Unicef, verlassen irgendwann die Schule. Sie kommen nicht mehr mit und die Lehrer nehmen ihnen die Motivation, statt sie zu fördern. Sind sie älter als neun Jahre und waren länger draußen, nimmt die staatliche Schule sie nicht zurück, wie die 13-jährige Dalia. Sie arbeitet in Sekem, seit sie zehn Jahre alt ist. Sie wurde ausnahmsweise als Kamillenkind genommen, obwohl das Mindestalter zwölf ist. "Draußen haben sie dafür gesorgt, dass wir die Schule hassen", sagt sie: "Sie haben uns geschlagen, fürchterlich!"
Drei Stunden arbeiten, fünf Stunden lernen, dazwischen essen, beten, Ruhepause: Das sind die Tage im Kamillenkinderprojekt. Es ist fast so alt wie die Sekem-Farm selbst: Als sie für ihre erste Kamillenblütenernte Arbeiter suchten, brachten ihnen die Bauern aus der Umgebung ihre Kinder. Die gehören in die Schule, beschloss das Sekem-Team, seither läuft ein Betreuungsprojekt für die 13 Dörfer in der Umgebung der Farm. Sozialarbeiter wie Muhammad versuchen die Eltern zu überzeugen, ihre Kinder in die Schule zu schicken statt zur Arbeit. "Wir arbeiten an zwei Fronten", berichtet er: "Einerseits versuchen wir, Kinder bis zwölf Jahre in die Schule zurückzubringen. Auf der anderen Seite nehmen wir die Kinder, die über zwölf sind und arbeiten wollen, statt die Schule fortzusetzen, in unser Programm auf."
Den ganzen Artikel von Esther Saoub, ARD-Hörfunkstudio Kairo, findet ihr bei www.tagesschau.de
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